Immer weniger Jugendliche kennen die Fakten rund um den Holocaust
In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen gaben bei einer Befragung in Deutschland etwa 40 Prozent an, nicht gewusst zu haben, dass etwa sechs Millionen Jüd:innen in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Wir unternahmen auch dieses Jahr wieder die Fahrt zu den Gedenkstätten Lidice & Terezín (Theresienstadt) in Tschechien um diesem Trend entgegenzuwirken.
Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt, dass die Gräultaten des NS-Regimes in Vergessenheit geraten
Die systematische Verfolgung und Ermordung von etwa sechs Millionen europäischen Juden durch das NS-Regime droht in Vergessenheit zu geraten. Eine Studie der Jewish Claims Conference zeigt, dass rund 80 Jahre nach Kriegsende insbesondere junge Menschen immer weniger über den Holocaust wissen.
Der Holocaust ist in der 9. Klasse Teil des Lehrplans
Der sächsische Lehrplan für Klasse 9 fokussiert die NS-Ideologie und den Weg von der Diskriminierung zur Vernichtung der europäischen Juden. Die Schüler:innen lernen über zentrale Ereignisse wie die Nürnberger Gesetze und die Wannseekonferenz. Ein Schwerpunkt liegt auf der Ermordung der Jüd:innen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. Durch den Besuch der Gedenkstätten wird das Thema greifbar gemacht.
Das Dorf Lidice wurde zerstört und die Menschen ermordet
Im Juni 1942 zerstörten die Nationalsozialisten willkürlich das tschechische Dorf Lidice als Vergeltungsmaßnahme für das Attentat auf Reinhard Heydrich. Die Nationalsozialisten ermordeten 173 Männer und deportierten die Frauen sowie Kinder in Konzentrationslager oder zur "Umerziehung/Germanisierung". Danach zerstörten sie Lidice um es von der Landkarte zu streichen.
Die heutige Gedenkstätte
Heute erinnert ein weitläufiges Areal, die Gedänkstätte Lidice an das Verbrechen. Zur Vorbereitung, die nicht nur im Geschichtsunterricht stattfand, sondern auch an einem Vormittag kurz vor der Fahrt, schauten wir u.a. den Film "Das Massaker von Lidice". Zum Thema Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg wird dieser Film als Beispiel für die menschenverachtende Grausamkeit des Systems häufig angeführt.
Ort des Gedenkens und Mahnens: Die Gedenkstätte Theresienstadt
Die Gedenkstätte Theresienstadt (Památník Terezín) zeigt die Verbrechen, die in einem ehemaligen Gestapo-Gefängnis und dem jüdischen Ghetto, begangen wurden. Wir konnten dort die Gefängniszellen in der "Kleinen Festung" und das Museum besichtigen, die das unermessliche Leid der Inhaftierten und das Leben im Ghetto dokumentieren.
Biografie-Arbeit im Workshop
In einem Workshop beschäftigten sich die Schüler:innnen mit einzelnen Biografien der verfolgten Jüd:innen. So konnten sie anhand der Einzelschicksale der Menschen noch besser verstehen, welches Grauen die Nazi-Herrschaft den Menschen brachte.
So auch Berthold Heim: Er lebte zuletzt fussläufig von unserer Schule im Lockwitzgrund beim Onkel seiner Frau und wurde nach Theresienstadt deportiert.
Wir spenden an den Heimatverein um Biografien zur Legung von Stolpersteinen zu recherchieren
Zur weiteren Rechereche der Biographie von u.a. Berthold Heim als Basis für die Legung eines bzw. mehrerer Stolpersteine hat das SRH Berufsbildungswerk Sachsen (der Träger der SRH Schulen) seine diesejährige Beiratsspende dem Heimatverein Lockwitz e.V. gespendet.
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Unser Dank geht an folgende Unterstützende:
Diese Maßnahme wurde mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes im Förderprogramm "Weltoffenes Sachsen".